Kurz gesagt
Ein Motorrad-Gutachten dokumentiert nach einem Unfall die Schäden am Bike, einschließlich Rahmen, Gabel, Umbauten sowie Helm und Schutzkleidung, und beziffert Reparaturkosten, Wertminderung oder Wiederbeschaffungswert. Bei einem unverschuldeten Unfall mit einem Schaden über rund 750 Euro zahlt die Haftpflichtversicherung des Verursachers das Gutachten. Ich komme in Köln und Umland meist am selben oder nächsten Tag, in ganz NRW nach Absprache. Das Gutachten liegt in der Regel nach 24 Stunden vor.
Was bei Motorrädern besonders ist
Ein Motorrad hat keine Knautschzone. Kräfte, die bei einem Auto vom Stoßfänger und den Längsträgern aufgenommen werden, gehen beim Bike direkt in Gabel, Lenkkopf, Rahmen und Räder. Schon ein Umfaller im Stand kann Lenker, Fußrasten oder Hebel verbiegen. Bei einem Sturz in Fahrt sind die Folgen oft weitreichender, als die zerkratzte Verkleidung vermuten lässt.
Dazu kommt, dass viele Teile sicherheitsrelevant sind. Ein leicht verzogenes Gabelrohr oder eine angeschlagene Felge sieht man nicht unbedingt, merkt es aber beim Fahren. Im Gutachten trenne ich deshalb klar zwischen dem, was optisch beschädigt ist, und dem, was aus Sicherheitsgründen ersetzt werden muss.
Typische versteckte Schäden
- Rahmen und Heckrahmen, verzogen oder an Aufnahmen beschädigt
- Gabel, Standrohre und Gabelbrücken, oft schon nach einem leichten Anstoß verbogen
- Lenkkopf und Lenkkopflager, erkennbar an verändertem Lenkverhalten
- Felgen mit Schlag oder Rissen, auch ohne sichtbare Delle
- Bremsscheiben und Bremssättel nach Bodenkontakt
- Motorgehäuse, Kupplungs- und Lichtmaschinendeckel mit Schleifspuren oder Haarrissen
Ich prüfe Fahrwerk und Geometrie gezielt auf diese Punkte und halte auch Folgeschäden fest, die erst bei der Demontage auffallen würden. Besteht ein begründeter Verdacht, etwa auf einen verzogenen Rahmen, nehme ich eine Vermessung durch eine Fachwerkstatt in die Kalkulation auf. Die Kosten dafür gehören bei einem unverschuldeten Unfall in der Regel zum Schaden.



